Willkommen zur 14. Ausgabe der DPN in diesem Jahr, dem Newsletter der
Debian-Gemeinschaft.
Einige der in dieser Ausgabe behandelten Themen sind:
Debian GNU/Linux 4.0 aktualisiert
Das Debian-Projekt freut sich, die fünfte Aktualisierung seiner stabilen
Veröffentlichung Debian GNU/Linux 4.0 (Codename Etch
) bekanntzugeben.
Diese Aktualisierung korrigiert hauptsächlich Sicherheitsprobleme in der
stabilen Veröffentlichung, zusammen mit ein paar Anpassungen für ernsthafte
Probleme. Alle, die häufig die Aktualisierungen von security.debian.org
installieren, müssen nicht viele Pakete aktualisieren und die meisten
Aktualisierungen von security.debian.org sind in dieser Aktualisierung
enthalten. Neue CD- und DVD-Images mit diesen aktualisierten Paketen sind an
den regulären Stellen erhältlich.
Online erfolgt die Aktualisierung auf diese Revision normalerweise, indem das Paketwerkzeug Aptitude (oder Apt-get) auf einen der vielen FTP- oder HTTP-Spiegel von Debian verwiesen wird (siehe die Handbuchseite von sources.list(5)). Eine umfangreiche Liste von Spiegeln ist online verfügbar.
Weitere Informationen sind in der Presse-Veröffentlichung verfügbar.
Debian-Mitgliedschaft
Nach Gesprächen mit mehreren beteiligten Gruppen schlug Jörg Jaspert Änderungen am Umgang mit der Mitgliedschaft bei Debian vor. Die Motivation für diese Änderungen besteht darin, dass es Personen, die zum Projekt beitragen, aber keine Pakete betreuen (wie Übersetzer oder Autoren von Dokumentation), möglich sein sollte, Mitglied des Projekts zu werden. Er schrieb später zusätzliche Kommentare zu seinem Vorschlag. Aufgrund des Umfangs der angedachten Änderungen schlugen mehrere Entwickler vor, die Änderungen zu stoppen, bis sie mittels eines Allgemeinen Beschlusses entschieden wurden, während Peter Palfrader darum bat, an der Problemlösung weiterarbeiten zu dürfen.
Lars Wirzenius und andere würden gerne das gesamte Mitgliedschaftssystem neu durchdenken, nicht nur den Prozess der
Erteilung der Mitgliedschaft. Lars schlug vor, dass die Mitgliedschaft
regelmäßig erneuert werden müsse, während Leuten die Mitgliedschaft
erlaubt werden soll, wenn es vernünftig breiten Konsens gibt, dass sie
den Projektzielen zustimmen, engagiert an der Arbeit an diesen Zielen sind und
vertrauenswürdig sind.
Martin Krafft argumentierte, dass Debian verschieden Privilegien und Kriterien zu deren Erwerb definieren sollte, statt verschiedene Mitgliedschaftsklassen einzuführen. Da diese Privilegien bereits existierten wäre es einfacher, sie zu definieren, anstatt diese Privilegien Klassen zuzuordnen.
Erster Lenny Fehler-Sprint erfolgreich abgeschlossen
Um bei der Bereinigung insbesonders langstehender veröffentlichungskritischer Fehler zu helfen, startete Josselin Mouette den ersten Fehler-Sprint. In diesem Wettbewerb versuchten freiwillige Debian-Entwickler und andere Interessierte, die ihnen zugewiesenen veröffentlichungskritischen Fehler innerhalb von fünf Tagen zu beheben. Die Sieger dieses Wettbewerbs erhielten Kekse.
Josselin fügte später hinzu, dass 27 Spieler am Fehler-Sprint teilgenommen hätten und veröffentlichte die Ergebnisse (er hatte bereits früher einen detaillierteren Entwurf eingesandt). Insgesamt war er mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Stefano Zacchiroli schlug vor, solche Veranstaltungen zu wiederholen.
Firmware in Lenny und Umgang mit Paketen, die die DFSG verletzen
Ben Finney wunderte
sich, dass mehrere veröffentlichungskritische Fehler die Markierung
lenny-ignore erhielten, die angebe, dass diese Fehler für die
kommende Veröffentlichung von Debian GNU/Linux 5.0 Lenny
nicht
veröffentlichungskritisch seien. Veröffentlichungsverwalter Marc Brockschmidt
erklärte, dass in allen von mir kürzlich markierten Paketen, die
Verletzung der DFSG normalerweise ein formales Problem ist,
etwas, dass andere Distributionen und die Originalautoren überhaupt nicht
als Problem betrachten. Obwohl das Beheben dieser Probleme ein Ziel von
Debian ist und seien sollte, ist dies kaum etwas, das in den letzten
Wochen vor der Veröffentlichung durchgeführt werden kann. Die Nachteile der
unbestimmten Verzögerung der Veröffentlichung aufgrund dieser Fehler sind
viel größer als die Veröffentlichung mit diesen kleinen Verletzungen der
DFSG.
In der folgenden Diskussion schlug Robert Millan einen Allgemeinen Beschluss zum Umgang mit Paketen, die die Debian-Richtlinien für Freie Software verletzten, vor. Laut seinem Vorschlag müssten Pakete, die eine bestimmte Zeit lang einen offenen Fehlerbericht zur Einhaltung der Debian-Richtlinien für Freie Software hätten, aus main in den Bereich non-free verschoben werden. In seiner Antwort zu Roberts ursprünglichen Vorschlag argumentierte der Veröffentlichungs-Magier Steve Langasek, dass Debian den Weg der inkrementellen Verbesserung folge. Er bemerkte, dass alle Fehler bezüglich nicht-freier Software für ältere Veröffentlichungen behoben worden seien.
Status der NEW-Queue
Aurelien Jarno fragte sich, ob die New-Queue (wo hochgeladene Quellpakete, die neue Binärpakete erstellen, zurückgehalten werden, bis sie von einem FTP-Master überprüft und genehmigt werden) derzeit bearbeitet werde. Jörg Jaspert antwortete, dass die NEW-Queue in der letzten Zeit tatsächlich nicht sehr oft bearbeitet worden sei. Er erklärte weiter, dass Änderungen an der Bearbeitungs-Software für die Queue dazu geführt hätten, dass Pakete bevorzugt würden, die nur neue binäre Komponenten erstellten, im Gegensatz zu Paketen, die komplett neuen Code zum Archiv hinzufügten.
Änderungen an archive.debian.org
Jörg Jaspert gab mehrere Änderungen für archive.debian.org bekannt. Die wichtigste ist, dass Debian GNU/Linux 3.1 Sarge
von
den regulären Spiegeln auf archive.debian.org verschoben wurde. Zum Vorteil für unser Spiegel-Netz erfolgt die Löschung in mehreren
Blöcken. Damit werden Probleme von Spiegeln vermieden, die das Löschen zu
vieler Dateien auf einmal verweigern. Später betonte er, dass die inoffizielle Portierung von Debian GNU/Linux 3.1
Sarge
auf die AMD64-Architektur auch dorthin verschoben worden
sei.
Weitere Änderungen sind die Verfügbarkeit von Binärpaketen von Debian
GNU/Linux 1.2 Rex
, 1.1 Buzz
und 0.93R6. Ein Archiv für Pakete
von volatile.debian.org, security.debian.org und www.backports.org ist jetzt auch auf
archive.debian.org verfügbar.
Während der Arbeiten daran wurden auch alte E-Mail-Archive von 1995 und auch Fehlerberichte von #350 bis #1750 wiedergefunden, die verloren gegangen waren. Diese werden in Kürze zu den passenden Archiven hinzugefügt.
BTS-link benötigt einen neuen Betreuer
Pierre Habouzit gab bekannt, dass er nicht mehr in der Lage sein werde, den Dienst BTS
link
weiterzubetreuen und -betreiben. Dieser Dienst wird dazu verwendet, die
Aktivitäten in den Fehlerdatenbanken der Originalautoren zu verfolgen und die
zugehörigen Fehlerberichte in Debians BTS halbautomatisch zu
aktualisieren. Derzeit muss dieser Dienst manuell ausgeführt werden. Don
Armstrong, einer der Betreuer von Debians BTS, betonte
die Bedeutung des bts-link
-Dienstes, kann ihn aber nicht selber betreuen.
Christoph Berg schlug die
Betreuung unter dem Mantel der Qualitätssicherungsgruppe von Debian vor,
falls jemand sich bereit erklären würde, als primär verantwortlicher Betreuer
zu agieren.
Neue Entwickler
Zwei Bewerber wurden seit der letzten Ausgabe der Debian Projekt-Nachrichten als Debian-Betreuer akzeptiert.
Bitte begrüßen Sie Mehdi Dogguy und Olly Betts Paleino in unserem Projekt!
Wichtige Debian-Sicherheitsankündigungen
Das Sicherheitsteam von Debian veröffentlichte unter anderem Ankündigungen für die folgenden Pakete: Linux-2.6.24, Cupsys, Qemu, Dbus, Clamav und Openoffice.org. Bitte lesen Sie diese sorgfältig und ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen.
Bitte beachten Sie, dass dies eine Auswahl der wichtigsten Sicherheitsankündigungen der letzten zwei Woche ist. Falls Sie immer auf dem neusten Stand bei den Sicherheitsankündigungen des Sicherheitsteams von Debian bleiben müssen, abonnieren Sie unsere Mailingliste für Sicherheitsankündigungen.
Einen Blick wert
(Unter anderem) wurden die folgenden Pakete zum Unstable-Archiv von Debian hinzugefügt:
one-time padmethod
Synfig (eine Alternative als Freie Software für 2D-Animation) und Rdiff-backup (leichte inkrementelle Sicherungen von der Kommandozeile)
wurden von Debian Package of the Day
(Debian-Paket des Tages)
vorgestellt.
Arbeit-bedürfende Pakete
Momentan sind 498 Pakete verwaist und 118 Pakete stehen zur Adoption bereit. Bitte werfen Sie einen Blick auf aktuelle Berichte, falls es Pakete gibt, die Sie interessieren, oder betrachten Sie die komplette Liste der Pakete, die Hilfe benötigen.
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Hier gibt es ältere Ausgaben dieser Nachrichtenseite.
Diese Ausgabe der Nachrichten für das Debian-Projekt wurde von Jörg Jaspert, Ben Finney, Justin B. Rye und Alexander Reichle-Schmehl erstellt.
Sie wurde von Helge Kreutzmann übersetzt.